Bürgerinitiative Waldviertel Stahnsdorf

 

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Die Geschichte des Waldes zwischen Markhofstraße und Annastraße 

 

Anfang des letzten Jahrhunderts existierte der in Frage stehende Wald bereits. Er war in den damaligen Karten als solcher ausgewiesen. Teile des Waldes lagen in einem Gebiet, das der „Stahnsdorfer Terrain Aktiengesellschaft am Teltowkanal“. Diese ließ zu jener Zeit Ansiedlungen unter dem Namen Kleinfarmsiedlung Markhof um den Wald herum zu, ab Juni 1922 als Markhofsiedlung bezeichnet, die auf Forderung der Gemeinde über die Ansiedlungsgebühr hinaus kostenlos übereignete Fläche zwischen Hedwig- und Augustastraße als Dauerwald festzuschreiben hatten.

 

Die Gemeinde verpflichtete sich am 3. März 1922 vertraglich, die Dauerwaldfläche in all ihren Teilen bestehen zu lassen und sie „zu hegen und pflegen“. Doch bereits zwei Jahre später versuchte der Gemeindevorstand, offenbar vor allem mit der Absicht, das zu schlagende Holz gewinnbringend zu verkaufen, einen Teil der Dauerwaldfläche für einen Sport- und Spielplatz zu nutzen. Das Vorhaben scheiterte am Protest der Markhofsiedlung und am Beauftragten des Regierungspräsidenten, der die Gemeinde nicht nur auf ihre vertraglichen Pflichten sondern auch auf die Möglichkeit hinwies, in der Siedlung Stahnsdorf-West einen Sport- und Spielplatz anzulegen.

 

Erst 1935/36, als auch Stahnsdorf im Zuge der forcierten Aufrüstung Nazideutschlands Garnisonsort wurde, änderte sich die Lage. Die Gemeinde stellte zum Bau von Offizierswohnungen und eines Offizierskasinos am Schlieffendamm (heute Potsdamer Allee) dem Wehrmachtsfiskus unentgeltlich Gelände zur Verfügung bzw. überlies es ihm unentgeltlich, nachdem es dieses von der Pfarrgemeinde gegen Grundstücke des Dauerwaldes getauscht hatte.

 

Im August 1937 stimmten die Gemeinderäte dann dem Bau eines weiteren, noch größeren Offizierskasinos an der Luisenstraße (später Sigsfeldstraße, heute Annastraße) im Dauerwald zu. Die vom Bürgermeister Reinert vertretene Gemeinde stellte sich auf den Standpunkt, daß die „frühere Auflage der Genossenschaft, das Waldstück als Grünfläche zu benutzen, erloschen sei bzw. hiermit von der Gemeinde als Rechtsnachfolgerin zum Erlöschen gebracht werde“. Diesmal waren die übergeordneten Behörden, auch die Regierung in Potsdam, mit dem Vertragsbruch einverstanden.

 

Recht zügig, innerhalb einer Woche, gab der Gemeindekirchenrat des Pfarrsprengels seine Zustimmung zu diesem Vorhaben. Er verkaufte das für den Bau des Offizierskasinos benötigte Gelände an die Wehrkreisverwaltung III und erklärte sich einverstanden, „daß der kleine, an der Markhofstraße gelegene Baustreifen als Grünfläche und Dauerwald ausgewiesen und erhalten wird“. Wenigstens dieser Teil des ehemaligen Dauerwaldes sollte also bestehen bleiben - allerdings nunmehr auf Verlangen der Wehrkreisverwaltung, die offenbar keine zivilen Nachbarn des Offiziersheimes haben wollte.

 

Bereits im Februar 1939 wurde das Offizierskasino der Panzernachrichtentruppe in der Sigsfeldstraße eingeweiht. Am Ende des Zweiten Weltkrieges war es stark beschädigt, konnte nicht wiederhergestellt und erhalten werden, so daß es verfiel und schließlich gesprengt wurde.

 

 

In den seitdem vergangenen Jahrzehnten schuf die Natur auch auf dem Grundstück des ehemaligen Offizierskasinos II von sich aus wieder den Wald, ganz im Sinne des Vertrages von 1922 - im Interesse der Stahnsdorfer, nicht nur der Bewohner der Markhofsiedlung und der unmittelbaren Anwohner. Doch wieder ist die Grünfläche bedroht, nicht mehr durch das Streben der Gemeinde, in schwieriger Inflationszeit zu Geld zu kommen, auch nicht mehr durch die Kriegsvorbereitungen Nazideutschlands, sondern nun durch die Bemühungen der Pfarrgemeinde, für den Bau des dringend benötigten Gemeindehauses die dazu notwendigen Finanzmittel zu erhalten. Gibt es denn dafür wirklich keine andere Möglichkeit, als auch dieses Fleckchen Grün in der Mitte Stahnsdorf zu zerstören?

Quelle: Dr. Werner Stang aus Güterfelde, Mitglied der Gemeindevertretung, Gemeinde Stahnsdorf

 

Im Jahre 1996 stellte die Kirchengemeinde Stahnsdorf, vertreten durch die Firma Dialog GmbH, die sich auf die Vermarktung von kirchlichem Grundbesitz spezialisiert hat, Anträge bzw. Voranfragen zwecks Bebauung der Flurstücke 4/725 und 4/726, die seinerzeit von der kommunalen Verwaltung abschlägig beschieden wurden. Als die Gemeinde Stahnsdorf dann 1999 den Entwurf des Flächennutzungsplans, in dem die oben genannten Grundstücke als Waldflächen ausgewiesen waren, öffentlich auslegte, legte die Kirchengemeinde Stahnsdorf Einspruch dagegen ein. Auch diesem wurde durch die kommunalen Beschlußgremien nicht statt gegeben.

Quelle: Pfarrer Peter Edert, Vorsitzender des Evangelischen Gemeindekirchenrates Stahnsdorf

 

 

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